SZ Regionalausgabe: Von Bruck nach New York

01.08.2007

Viscardi-Schüler nimmt am Austauschprogramm “Windows on America” teil

Fürstenfeldbruck - Gartenpartys, auf denen sich lächelnde Leute in Festtagskleidung zum Barbecue treffen, kennt so mancher Hollywoodfan vor allem aus seinen Lieblingsfilmen. Auf der Terrasse der Residenz des amerikanischen Generalkonsuls in München war am Wochenende tatsächlich etwas von dem Flair dieser Filme zu spüren.US-Botschafter William Timken begrüßte die ersten bayerischen Teilnehmer des Schüleraustauschprogramms “Windows on America”. Mit dabei: Audir Nuri Sharif aus Fürstenfeldbruck.

Der 15-jährige Viscardi-Schüler ist einer der Kandidaten, die Ende August nach New York fliegen werden. Sharif lebt seit acht Jahren in Deutschland, sechs davon in Fürstenfeldbruck. Seine Eltern stammen aus Kurdistan (Nordirak), seine nicht-deutsche Herkunft gilt als Voraussetzung für die Teilnahme bei “Windows on America”.

Das Austauschprogramm ist von dem Botschafter und seiner Frau ins Leben gerufen worden. Ziel ist es, so Timken, denjenigen Schülern einen Auslandsaustausch zu ermöglichen, die sonst keine Gelegenheit dazu bekommen würden.

Bei dem Treffen auf der Terrasse des Generalkonsulats gab es auch ausreichend Gelegenheit, Fragen zu stellen. Beispielsweise: “Warum ist das Ansehen der USA in den letzten Jahren bei der Bevölkerung vieler Länder so stark gesunken?” Ein Thema, mit dem sich auch Audir Nuri Sharif beschäftigt hat.

Der Brucker Gymnasiast hatte sich für das Austausch-Programm mit einem Aufsatz zur Demokratisierung des Iraks beworben. “Wir mussten aufschreiben, was wir mit Amerika verbinden”, so der Viscardi-Schüler zur Aufgabenstellung. Er selbst hielt sich im Irak auf, als dort vor zwei Jahren Wahlen abgehalten wurden.

Sein Aufsatz, so der Gymnasiast, habe durchaus auch kritische Gesichtspunkte enthalten. Dennoch sei er fair und sachlich vorgegangen, es sei ihm nicht um einen Angriff auf die US-Politik gegangen, sondern um eine klare Analyse der Fakten.

Sharif sieht seinem USA-Aufenthalt nun erwartungsvoll entgegen. Auf dem Programm stehen unter anderem Besuche in New York und Washington. Besonders freut sich der Schüler aber auf die Begegnung mit seiner amerikanischen Gastfamilie, wo er den Rest des Aufenthaltes verbringen wird. Das “ruhige Fürstenfeldbruck” mag Sharif zwar sehr gerne. Wenn es ihm in Amerika jedoch gefalle, könne er sich auch vorstellen, einmal dort zu leben.

Von David Acker

SZ Regionalausgabe vom 01.08.2007

Leave a Reply

printerPrintversion