Sabah: Vorbehalte gegen Medien aufgrund eines falschen Images

31.01.2007

„Wir wollen, dass sich Muslime in Deutschland als Teil dieser Gesellschaft empfinden. Wir sehen, dass sich ein Großteil insbesondere muslimischer Jugendlicher von den Medien falsch dargestellt fühlt“, so der US-Botschafter, der die DITIB in Frankfurt im Rahmen der Vorstellung eines Austauschprogramms besuchte.

Der US-Botschafter in Berlin, William R. Timken und seine Frau Sue Timken, haben Schülern mit Migrationshintergrund, die an sonstigen Austauschprogrammen nicht teilnehmen konnten, über die „Windows on America“ betitelte Kampagne eine Möglichkeit eröffnet, die USA zu bereisen. Im Rahmen des Projektes werden zehn jungen, weiblichen Mitgliedern der Türkisch-Islamischen Union der Anstalt für Religion (DITIB) zwischen dem 2. und 14. April die Gelegenheit geboten, das Land kennenzulernen.

Was sagte der Imam?

Der Botschafter der USA in Berlin, William R. Timken und seine Frau Sue Timken besuchten vor zwei Tagen die Frankfurter DITIB-„Merkez-Moschee“ und kamen mit dem Vorsitzenden der DITIB-Frankfurt, Irfan Dinc, dem Religionsattaché des türkischen Generalkonsulats in Frankfurt, Galip Akin, dem Sprecher der DITIB-Frankfurt, Dr. Hüseyin Kurt und der Verantwortlichen für den interreligiösen Dialog bei der DITIB-Frankfurt, der Islamwissenschaftlerin, Gonca Aydin, zusammen. So wurden der Botschafter und seine Frau von DITIB-Verantwortlichen durch die Moschee geführt und über die Arbeiten der DITIB in Kenntnis gesetzt. Botschafter Timken berichtete von einem Gespräch mit einem Imam, das er kurz nach den Anschlägen auf die ‚Zwillingstürme’ geführt habe. Der Imam habe ihm erklärt: „Wer einen Menschen tötet, tötet alle Menschen. Und wer einen Menschen rettet, hat die ganze Menschheit gerettet.“ Zudem ging Botschafter Timken auf die Wichtigkeit der Zusammenarbeit ein.

Sie müssen sich hier zugehörig fühlen

Timken führte aus: „Wir wollen, dass sich Muslime in Deutschland als Teil dieser Gesellschaft empfinden. Unsere Forschungen haben ergeben, dass sich ein Großteil insbesondere muslimischer Jugendlicher von den Medien falsch dargestellt fühlt. Um diese Vorurteile zu bekämpfen, wollen wir dafür Sorge tragen, dass junge Muslime mit Medienvertretern zusammenkommen.“

Die DITIB-Verantwortlichen erklärten fernerhin, dass sie moderne, der deutschen Gesellschaft zugehörige Imame ausbildeten und dass sie als Organisation jederzeit für den Dialog offen seien.

Hiernach wurden dem Botschafter die jungen Schülerinnen vorgestellt, die sich an dem „Windows on America“-Projekt beteiligen. Der Vorsitzende der DITIB-Frankfurt, Irfan Dinc betonte dabei: „Als ich das erste Mal von dem Projekt hörte, habe ich meine Zweifel gehabt. Doch als ich die Einzelheiten erfuhr, habe ich erkannt, dass es ein ansprechendes Projekt ist.“

Botschafter Timken machte darauf aufmerksam, dass die eigentliche Architektin des Projektes seine Frau Sue Timken sei. „Reiche Kinder werden immer die Chance bekommen, die USA zu bereisen. Aber viele der hier lebenden Jugendlichen Kinder mit Migrationshintergrund haben diese Chance nicht. Wir wollen mit diesem, durch deutsche und US-amerikanische Firmen finanzierte, Projekt dafür sorgen, dass in den kommenden drei Jahren 300 Jugendliche die Möglichkeit erhalten, die USA zu besuchen“, so Botschafter Timken.

Zehn Mädchen werden ausgewählt

Die Frau des Botschafters sagte: „Als erste Stufe der Kampagne erhalten zehn Mädchen die Chance, Amerika zu bereisen. Und es werden ihnen neue Horizonte eröffnet.“

Für das Projekt „Windows on America“ haben sich 25 Mädchen mit einem englischsprachigen Essay beworben. Der „My Window on America“ betitelte Essay war auf 500 Wörter begrenzt, wobei die Autorinnen der zehn besten, die Reise antreten können. Die ausgewählten 15-17-jährigen Mädchen werden danach vom 2. 14 April in die USA reisen und die Möglichkeit erhalten, das familiäre Leben in Amerika kennenzulernen. Die Gewinner des Wettbewerbs werden am 16. Februar bekanntgegeben.

Von Sema Aytan

Sabah vom 31.01.2007

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