Hürriyet: Der Dialog ist von enormer Bedeutung
31.01.2007
Der US-Botschafter William Robert Timken jr., seine Frau Sue und die US-Generalkonsulin in Frankfurt am Main, Jo Ellen Powell, haben die Frankfurter DITIB-„Merkez-Moschee“ besucht. Botschafter Timken: „Um die Vorurteile abzubauen, ist der Dialog von enormer Bedeutung.“
Der US-Botschafter in Berlin, William Robert Timken jr., seine Frau Sue und die US-Generalkonsulin in Frankfurt am Main, Jo Ellen Powell, haben die zur Türkisch-Islamischen Union der Anstalt für Religion (DITIB) gehörende Frankfurter „Merkez-Moschee“ besucht.
Der für die Präsentation der „Windows on America“-Kampagne extra aus Berlin angereiste Botschafter und seine Frau wurden zunächst durch die Räume der Moschee geführt und anschließend vom Vorstandsmitglied der DITIB-Frankfurt, Irfan Dinc und Dr. Hüseyin Kurt über die Tätigkeiten der DITIB in Kenntnis gesetzt. Danach wurden mit den Gästen verschiedene Speisen eingenommen. Die Frau des Botschafters bedankte sich für die Vorbereitung der Speisen bei jeder der Köchinnen einzeln und ließ sich zur Erinnerung mit den Frauen fotografieren.
Wir müssen uns gegenseitig kennenlernen
Der Botschafter erinnerte daran, dass der US-Präsident nach den Terroranschlägen des 11. September bei einem Treffen mit allen Botschaftern bekräftigt habe, dass der wichtigste Bestandteil des Kampfes gegen den Terror, der Dialog sei. „Wir glauben, dass der Dialog der beste Ansatz ist, um zu zeigen, dass Terror und Islam nicht zusammengehören. Da auch meine Frau der gleichen Ansicht ist, hat sie ein Projekt ins Leben gerufen, die es zehn muslimischen Mädchen zwischen 15 und 17 Jahren ermöglicht, unser Land kennenzulernen. Der Dialog ist der Anfang von Allem. Wenn wir uns kennenlernen, wird die gegenseitige Kälte verschwinden.“
Ergriffen von Koran-Spruch
„Der Dialog ist von enormer Bedeutung beim Abbau von Vorurteilen. Ich habe in Amerika eine Moschee besucht. Der Imam der Moschee hat mir den Koran erläutert. Die Worte im Koran: ‚Wer einen Menschen tötet, tötet alle Menschen. Und wer einen Menschen rettet, hat die ganze Menschheit gerettet’ haben mich sehr ergriffen. Keine Religion befiehlt einen Mord, keine kann einen Mord gutheißen. Sie leisten mit der DITIB eine herausragende Arbeit für den Dialog. Bei unseren Zusammenkünften mit deutschen Verantwortlichen betonen wir immer wieder die Bedeutung des Dialogs. Wir betonen dabei stets die Kraft, die davon ausgeht, dass Menschen, dort wo sie leben, Anerkennung erfahren. Diese Bemühungen werden auch von den deutschen Verantwortlichen unterstützt“, so Botschafter Timken.
1. Zwei Wochen Amerika
Zwischen dem 2. und 14. April werden im Rahmen des Projektes die Schülerinnen ein englischsprachigen Essay mit dem Titel „My Window on America“ schreiben. Wie die Verantwortliche für den interreligiösen Dialog bei der DITIB-Frankfurt, Gonca Aydin, betonte, bekommen zehn ausgewählte Schülerinnen danach die Möglichkeit, in die USA zu reisen.
2. „Ich war Tochter einer armen Familie“
Die Frau des Botschafters, Sue Timken, machte darauf aufmerksam, wie wichtig es sei, die Welt kennenzulernen: „Ich hab früher als Kind immer von Europa geträumt. Allerdings war es meiner armen Familie unmöglich, mir diesen Wunsch zu erfüllen. Aufgrund meiner Ehe mit meinem Mann bekam ich die Möglichkeit die Welt zu bereisen und kennenzulernen.“
3. Bekanntschaft mit den Familien gemacht
„Ich weiß, dass sich Menschen mit geringem Einkommen nie leisten werden können, die USA zu bereisen. Mit diesem Projekt habe ich mir vorgenommen, Menschen, denen diese Chance verwehrt bleibt, Gelegenheit dazu zu geben. Ich bin sehr erfreut darüber.“
Zudem bekamen die 25 Anwärterinnen die Möglichkeit den Botschafter und seine Frau einzeln zu begrüßen. Anschließend wurde den Familien die Gelegenheit geboten, sich mit dem Botschafter bekannt zu machen.
Von Hasan Ayci
Hürriyet vom 31.01.2007
